25.05.2011 10:07

Externes Reporting als Instrument zur Verbesserung der Finanzierungssituation

Finanzierungsbedarf im Aufschwung

In der Praxis erleben wir derzeit vermehrt eine steigende Notwendigkeit zur Ausweitung der Spielräume zur Finanzierung der rapide zunehmenden Auftragseingänge. Die vor dem Hintergrund der vergangenen Krise gestalteten Finanzierungsvolumina reichen oftmals nicht aus, um die aktuelle Auftragssituation vorfinanzieren zu können. Die notwendigen Mittel müssen zudem zeitnah dem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, um die Aufträge bedienen zu können. Um kurzfristig verfügbare Liquidität mit vergleichsweise geringeren Transaktionskosten und hoher Flexibilität bereitzustellen, bietet es sich beispielsweise an, die Finanzierungsspielräume bei den Hausbanken in Form von Kontokorrentlinien auszuweiten. Der Ausbau bestehender Finanzierungrahmen beinhaltet Vorteile gegenüber „neuen“ Finanzierungen, da Anbahnungs- und Prüfungsphasen vergleichsweise kurz ausfallen und das Unternehmen Zeit gewinnt.

Externes Reporting schafft Vertrauen

Die ohnehin notwendige und vertrauensbildende Kommunikation und ihre Wirkung bei den Kapitalgebern  kann durch externe Plausibilisierung und Kontrolle deutlich aufgewertet werden. Hierbei erfolgt die Begleitung durch einen erfahrenen externen Partner, der durch Unterstützung der Finanzkommunikation die Transparenz erhöht und das Vertrauen in das Unternehmen und das Management stärkt. Ein klares und transparentes Reporting wird vielfach mitentscheidend zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit vorausgesetzt; somit fliesst dessen Qualität in das Rating mit ein. Je plausibler, aussagefähiger und aktueller dieses Reporting ist, desto besser! Die Beteiligung eines sachverständigen Kommentators verhindert „blinde Flecken“ und bietet gleichzeitig die Chance einer unabhängigen Reflexion der eigenen Aktivitäten. Von dieser „Second Opinion“ eines erfahrenen Praktikers mit Branchenkenntnis profitiert daher nicht nur der „Banker“, sie dient letztlich allen Beteiligten, externen wie internen, Management wie Gesellschaftern.

Externes Reporting lohnt sich

Durch diese Professionalisierung in der Berichterstattung gewinnt die Hausbank oftmals zusätzliche Spielräume bei den möglichen Umfängen und Konditionen der Finanzierung. Gerade in der derzeitigen Aufschwungphase, bei der nach wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit entsprechender Ertrags- und Vermögenslage, zusätzliche Mittel benötigt werden, steigert sich hierdurch die Chance nicht nur bei gleichen, sondern oftmals sogar mit verbesserten Kreditkonditionen, vorhandene Finanzierungsspielräume kurz- und langfristig auszuweiten. Die positive und zugleich valide Kommunikation der Kapitaldienstfähigkeit und deren Sicherstellung durch einen unabhängigen Partner sorgt durch eine verbesserte Vertrauensposition bei den Kapitalgebern und damit beim Unternehmen in der Folge für eine Entspannung der Finanzierungssituation. Nach unseren konkreten Erfahrungen mit diesem Ansatz lohnt sich der betriebene Mehraufwand regelmäßig und stellt eine Investition in das Verhältnis zu den Finanzpartnern dar. Dieses festigt sich nachhaltig und „rechnet“ sich deshalb für ein Unternehmen sowohl kurz- als auch langfristig.